Aktionsstand „Fake News“ auf den Thüringer Präventionstagen 2018

Vergiftete CDs in Briefkästen, ein Selfie der Bundeskanzlerin mit einem gesuchten Terroristen und ein herzzerreißender Zeitungsbeitrag über einen 8-jährigen Heroinabhängigen – alles Fake News? Was sind überhaupt Fake News? In welchen Formen werden sie verbreitet? Mit welchem Ziel werden sie erschaffen… und was habe ich damit zu tun?

Mit all diese Fragen beschäftigte sich unser Workshop „Fake News- in der Falle der eigenen Vorurteile“ bei den Thüringer Präventionstagen im Juni 2018. Bei diesem konnten sich die Jugendlichen eine Bandbreite von Nachrichtenmeldungen anschauen und anschließend jeweils einschätzen, ob es sich bei diesen Nachrichten um Falschnachrichten handelt oder nicht.

Nicht nur für Jugendliche ist die Erkennung von Fake News schwierig, auch für Erwachsene und Fachkräfte stellt dies eine Herausforderung da. Einige Teilnehmer wunderten sich bei der Auswertung über ihre Einschätzungen, andere wurden teilweise bestätigt und fielen dann doch an anderer Stelle wieder auf ihre eigenen Vorurteile herein. Die Frage „Warum bin ich bereit, etwas zu glauben?“ ermöglichte es, eine Diskussion über Vorurteile und entstandene Bilder im Kopf zu öffnen. Was zu unseren allgemeinen Bildern im Kopf passt, wurde meistens nicht als Fake News betrachtet. Was zu abstrakt und ungewöhnlich war, wollten viele TeilnehmerInnen nicht glauben und wurde für Fake News gehalten, auch wenn es sich um wahrheitsgemäße Meldungen handelte.

Bei Fake News handelt es sich um gezielte Täuschungsversuche und absichtliche Desinformationen. Motive können unter anderem wirtschaftliche Interessen (Stichwort Clickbait) oder auch die schlichte Lust, Menschen zum Spaß hinter’s Licht zu führen, sein. Zu letzterem können beispielsweise auch Kettenbriefe gezählt werden. Im Rahmen des Projekts #CreateYouWeb liegt der Fokus allerdings auf jenen Fake News, die dazu da sind, einzelne Gruppen zu denunzieren und in Verruf zu bringen. Derartige Fakes drehen sich vor allem um aktuelle gesellschaftliche oder politische und vor allem emotional aufgeladene Themen. Dabei spielen sie mit unseren eigenen Vorurteilen, Klischees und Stereotypen und bringen uns dazu, Nachrichten anzunehmen, statt sie zu hinterfragen. Den TeilnehmerInnen des Workshops war die Existenz von Fake News zwar bewusst und aus ihrem Alltag bekannt – auf die Frage, was man gegen Fake News tun kann, hatten sie allerdings noch keine Antworten.

Zur Prüfung, ob es sich um Fakt oder Fake handelt, ist es hilfreich, herauszufiltern, wer was sagt, wie und mit welchem Ziel. Gibt es mehrere Quellen für diese Meldung? Werden hier emotionale Themen behandelt? Wird Fachsprache verwendet oder lediglich Empörungen geäußert? Die Beantwortung dieser Fragen gibt Hinweise, um den Wahrheitsgehalt der Nachricht zu ermitteln. Wenn eine Meldung als Falschnachricht erkannt wurde, kann man sich gegen Fake News positionieren. Wichtig ist nur, sich dabei nicht selbst in Gefahr zu bringen, nicht zu viele Informationen über sich preiszugeben, sondern in eine Diskussion zu treten, die offenbart, dass es sich bei der genannten Nachrichtenmeldung um Verbreitung von Fake News handelt.

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