Fake News, Algorithmen & Filterblasen

… oder Mut, zu hinterfragen

Gezielte Falschmeldungen, die mit manipulativer Intention vor allem in sozialen Netzwerken verbreitet werden – das sind „Fake News“. Laut Deutschem Bundestag stellen diese gezielten Fehlmeldungen eine „große Gefahr für eine ausgewogene und sachliche öffentliche Meinungsbildung“ dar – mehr dazu hier in der Broschüre „Fake News“ vom wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages.

Immer mehr Menschen beziehen ihre Nachrichten, zum Teil auch ausschließlich, von sozialen Medien. Nachrichten werden über soziale Plattformen innerhalb kürzester Zeit weltweit verbreitet, und ebenso schnell werden diese Meldungen kommentiert, bewertet, geteilt. Die zunehmend unübersichtliche Informationsflut im Internet kann die Identifizierung von seriösen Meldungen erschweren: Manipulation und Desinformation nehmen in unserer Gesellschaft zu. Aufklärung über aktuelle Falschmeldungen im Internet bietet der Verein Mimikama, interessante Beispiele zu prominenten Fake News der letzten Jahre sowie Hintergründe zu deren Entstehung findet man im Buch „Die Fake Jäger“.

Inhaltlich beziehen sich Fake News häufig auf aktuelle politische-gesellschaftliche Diskurse oder Reizthemen sowie auf emotional aufgeladene Themen. Durch die scheinbar hohe gesellschaftliche Relevanz der Meldungen sowie durch das Abzielen auf Affekte wie Wut, Empörung, Mitgefühl oder Trauer erfolgt die Verbreitung oft sehr schnell. Hinter der Verbreitung von Fake News können wirtschaftliche, politische oder auch soziale Motive stehen. Durch bewusste Fehlinformationen und die Emotionalisierung von politisch-gesellschaftlichen Diskursen kann die Meinungsbildung beeinflusst und soziale Gruppen oder Einzelpersonen diskriminiert und diffamiert werden.

Im Projekt wird zunächst gemeinsam eine Definition des Begriffes „Fake News“ erarbeitet, welcher das Fundament für die weitere Auseinandersetzung darstellt. Die jugendlichen Projektteilnehmer*innen werden für mögliche Manipulationen von Nachrichten und Bildern sensibilisiert und lernen Möglichkeiten kennen, derartige Inhalte zu identifizieren: Um Fehlmeldungen besser erkennen zu können, lernen sie verschiedene Manipulationsmöglichkeiten bei audiovisuellen Medien kennen und spielerisch selbst anwenden. Anknüpfend daran werden einige markante Erkennungs­merkmale von nicht-vertrauenswürdigen Inhalten identifiziert.

Um die Bedeutung von Fake News im Kontext politischer Medienbildung zu verstehen, setzen die Jugendlichen sich mit folgenden Fragen auseinander:

  • Was bedeutet der Begriff „Fake“ in diesem Kontext?
  • Um welche Themen drehen sich Fake News häufig?
  • Was sollen Fake News beim Rezipienten auslösen?
  • Welche Gefahren bergen Fake News?

Mit Blick auf die Einflussnahme von Stereotypen und Klischees auf unsere Wirklichkeitswahrnehmung erfolgt zudem eine Auseinandersetzung mit der Frage „Warum bin ich bereit, etwas zu glauben?“. Die Teilnehmer*innen erarbeiten so, welche Rolle Stereotype und Vorurteile für die Glaubwürdigkeit von Fake News spielen.

 

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