Hate Speech, Cybermobbing & Digitale Courage

… oder Mut, sich zu positionieren

Hate Speech meint die im Netz stattfindende Beleidigung, Beschimpfung oder Abwertung von Menschen aufgrund ihrer (vermeintlichen) Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Online geschriebene und veröffentlichte Worte werden bewusst als Waffe eingesetzt, um diskriminierende und diffamierende Botschaften zu verbreiten. Diese treten meist auf sozialen Medien auf und nehmen bestimmte Menschengruppen zur Zielscheibe – Diskriminierungs­strukturen aus der „realen“ Welt bilden sich auch in der Online-Welt ab und werden dort häufig verschärft. In einer offiziellen Stellungnahme des Europarates werden alle (Online-) Ausdrucksformen scharf verurteilt, „die zu Rassenhass, Fremdenfeindlichkeit, Anti­semitismus und jeglicher Form von Intoleranz anstiften, weil sie die demokratische Sicherheit, den kulturellen Zusammenhalt und den Pluralismus unterwandern“.

Cybermobbing bezeichnet das bewusste und absichtliche Beleidigen oder Bedrohen von Einzelpersonen mithilfe von Online-Diensten, vor allem auf sozialen Plattformen. Täter*innen suchen sich ein Opfer, das sich nur schwer zur Wehr setzen kann und durch gezielte Angriffe belästigt und sozial isoliert wird. Durch die veränderte Kommunikation im Netz besteht die Möglichkeit, dass die Täter*innen anonym bleiben, jederzeit angreifen können und sich beleidigende Inhalte sehr schnell und mit großer Reichweite verbreiten lassen. In den meisten Fällen kennen sich Opfer und Täter*in persönlich, Attacken werden durchaus von der „realen“ in die Online-Welt oder umgekehrt übertragen. Weiterführende Infos zu Cyber­mobbing auf der Website von klicksafe.de

Die Relevanz, dass sich Jugendliche bewusst und verantwortungsvoll mit diesen Themen auseinandersetzen, zeigt die Forsa-Studie von 2017: 94% der in Deutschland lebenden 14- bis 24-Jährigen haben im Netz schon Hass erlebt oder gesehen.

Hate Speech ist bisher keine eindeutige juristische Kategorie in Deutschland. Inhaltlich können verbreitete Meldungen und Kommentare jedoch Volksverhetzung, Verleumdung oder ähnlichen Kategorien nahekommen und damit strafrechtlich relevant werden. Das Thema erfährt gesellschaftlich und auch politisch aktuell immer mehr Aufmerksamkeit. Es haben sich unterschiedliche Initiativen und Kampagnen gebildet, die aktiv über Hate Speech, Cybermobbing und verwandte Phänomene aufklären und Hilfestellungen geben wollen, wie zum Beispiel www.no-hate-speech.de, AJS NRW oder auch die Bundeszentrale für politische Bildung.

Im Projekt werden, unter anderem im Zuge der Vorstellung entsprechender Online-Initiativen, Herangehensweisen zum Umgang mit diffamierenden und fremdenfeindlichen Äußerungen im Netz erarbeitet. Die Projektteilnehmer*innen lernen, auch durch das Reflektieren eigener Erfahrungen, wie und woran Hate Speech erkannt wird und wie Position bezogen und Verantwortung übernommen werden kann. Handlungsstrategien werden reflektiert, indem zudem die Opferperspektive beleuchtet und Muster gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Netz erarbeitet werden. Anhand konkreter Beispiele wird zudem die strafrechtliche Relevanz derselben geklärt und im Zuge dessen auch das Verhältnis zum Grundrecht der freien Meinungsäußerung diskutiert.

 

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