StakeOutLife

Impressionen aus den Projekten

Unsere ersten drei Projektwochen haben wir nun durchgeführt und dabei reichhaltige Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen. An den Standorten Jena und Berga/Elster konnten wir dabei mit insgesamt etwas mehr als 60 Teilnehmenden unser Curriculum umsetzen und verschiedene Methoden ausprobieren.

Unser Fazit? Ein Großteil unserer Methoden bringt die gewünschten Ergebnisse und regt intensive Mitarbeit unserer Teilnehmenden an. Dennoch müssen wir einzelne Herangehensweisen noch passgenauer auf unsere Zielgruppe zuschneiden und unseren Fokus noch stärker auf individuelle Erfahrungen der Jugendlichen legen. Umfassende Feedbackmöglichkeiten zu jeder Projekteinheit sind für uns ein essentieller Baustein, um zielgruppengerecht zu arbeiten und unsere Methoden entsprechend anpassen zu können: Während bei einer Projektgruppe engmaschige Ablaufpläne und Arbeit im Plenum gut funktioniert, sind für die nächste wieder offenere Arbeitsformen in der Gruppe besser geeignet. Wir werden unser Curriculum anhand der Erfahrungen und Rückmeldungen nochmals umfassend auf den Prüfstein stellen und an manchen Stellen alternative Herangehensweisen entwickeln.

Im Folgenden seht Ihr einige Eindrücke von unseren ersten drei Projektwochen.

Tag 1 – Login

Dieser Tag dient zum kennenlernen und legt den Grundstein für einen der wichtigsten Begriffe der nächsten Tage: Diskriminierung

Tag 2 – Datenschutz & Big Data

Zentral an diesem Tag ist das von uns entwickelte Spiel „StakeOutLife“, welches annand zugeschriebener Charaktere die Spieler in verschiedene Rollen versetzt und Diskriminierung durch Algorithmen erfahrbar macht. Ein Blick auf das eigene Datenschutzverhalten sowie auf unsere eigenen Handlungsmöglichkeiten rundet den Tag ab.

Tag 3 – Hate Speech & Mobbing

In diesen Tag steigen wir ein mit individuellen Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sie in sozialen Netzwerken gesammelt haben. Die Teilnehmenden schreiben Hasspostings und -nachrichten, auf die sie online gestoßen sind, auf und hängen sie im ganzen Raum auf. Hinzu kommen von uns vorbereitete Beispielen. All diese sollen die Teilnehmenden diese nun mit Klebepunkten nach „OK“ (= grün), „geht gerade so“ (= gelb) und „geht gar nicht“ (= rot) markieren. Auf Basis dieser Bepunktung und einer Clusterung nach verschiedenen Formen abwertenden Verhaltens, ergibt sich weitreichender Raum für Diskussions- und Reflexionsprozesse. Welche Handlungsmöglichkeiten es gibt, wird an Hand rechtlicher, individueller und zivilgesellschaftlicher Möglichkeiten herausgearbeitet. Die Einheit wird noch ergänzt durch aktuelle Videobeispiele zum Thema Mobbing unter/gegen YouTuber.

 

Tag 4 – Fake News & Social Bots

Das Spiel mit den individuellen Vorurteilen der Teilnehmenden ist der Schlüssel zu diesem Tag und ermöglicht auf Basis eigener Erfahrungen, die Wirkmacht manipulativer Inhalte hautnah zu erleben. Nachdem die Jugendlichen für die Wirkmechanismen des eigenen vorurteilsbelasteten Denkens sensibilisiert wurden, beschäftigen sie sich mit der Geschichte, den verschiedenen Formen und Ausprägungen sowie den Motiven von Fake News. Welche Auswirkungen diese (auch in Verbindung mit Social Bots) auf öffentliche Meinungsbildungsprozesse haben, ist ein weiterer wichtiger Projektbaustein. Die Vermittlung von Herangehensweisen, gefälschte und manipulierte Inhalte als solche zu erkennen sowie das Wissen, wie man diesen entgegentreten kann, runden den Tag ab.

 

Tag 5 – Dystopie und Utopie / Lebensweltbezug herstellen

Dieser Tag erwies sich in der Praxis als schwieriger als gedacht. Ursprünglich wollten wir anhand der Szenariotechnik positive als auch negative Trendszenarien für das gesellschaftliche Zusammenleben in einer noch stärker mediatisierten Zukunft erarbeiten und daraus die „Stellschrauben“ eigener Handlungsspielräume für eine positive digitale Gesellschaft herausfiltern. Dieses sehr komplexe Tagesziel konnten wir in der Gänze noch nicht erreichen, insbesondere aufgrund des sehr großen Umfangs der Methode für einen Tag sowie des sehr hohen Anspruchs an die Projektteilnehmenden. Die ersten Projektgruppen entwickelten neben einigen Utopien größtenteils Dystopien, die teilweise einer Black Mirror-Folge entsprungen sein könnten. In der dritten Projektgruppe stellten wir unser Konzept um und ermöglichten den Teilnehmenden, sich innerhalb Ihres Lebensweltbezugs mit Diskriminierungserfahrungen zu beschäftigen. Die Optimierung der Methode wird Aufgabe der nächsten Wochen sein.

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